Bachata – der leidenschaftliche aus der Karibik


 
 
 

Ein Musikstück sorgte für den Durchbruch des Bachata in Deutschland. Dank einfacher Schrittfolgen kann jeder den lateinamerikanischen Tanz lernen.

Latino-Musik ist derzeit in aller Ohren, in den Clubs und auch in den Charts. „Die Leute fühlen sich dabei an Urlaub und Sonne erinnert und das ergibt ein gutes Gefühl“, weiß Diana Dittrich von der ADTV Tanzschule Burger-Schäfer. „Man kann hier in Stuttgart an fast jedem Abend in verschiedenen Clubs Bachata, Salsa und Kizomba tanzen.“

Bachata stammt aus der Dominikanischen Republik und ist sowohl Musikrichtung als auch Tanz. Anfang der 1960er Jahre entstand Bachata als eine Form des kubanischen beziehungsweise des karibischen Boleros und war zunächst einer von vielen Stilen der romantischen, lateinamerikanischen Gitarrenmusik. Das Wort Bachata ist afrikanischen Ursprungs und bezieht sich auf fröhliche Feste, da die Musik anfangs auf kleinen Festen nur mit der Gitarre gespielt wurde.

Musik im Viervierteltakt

Mit den Jahren erhöhte sich das Tempo und Bachata wurde mehr und mehr zur Tanzmusik. Neben akustischen Gitarren spielten auch Bongos und Bass, der Stil der Musik ist jedoch weiterhin durch den hohen Klang der Gitarren und den Rhythmus im Viervierteltakt geprägt. Die Texte werden zumeist von männlichen Sängern gesungen und handeln fast immer von enttäuschter Liebe. Noch in den 1970er und 1980er Jahren galt Bachata als vulgäre Musik der unteren Bevölkerungsschichten und wurde anders als Salsa kaum im Radio gespielt.

Erst als Juan Luis Guerra mit seinem Album Bachata Rosa 1992 einen Grammy gewann, wurde Bachata salonfähig. In Deutschland zählt das Lied „Obsesión“ der Gruppe Aventura aus dem Jahre 2004 zu den bekanntesten und erfolgreichsten Bachata-Stücken. Ein Jahr später fand dann die erste Bachata-Weltmeisterschaft in Italien statt, die Paare zeigten mit Hilfe der Technik der lateinamerikanischen Turniertänze showorientierte Bachata. Heute ist Bachata ein populärer Turniertanz, dazu gibt es regelmäßig Welt- und Europameisterschaften.

Die Grundschritte des Bachata sind einfach zu erlernen. „Die Musik gibt einen Viervierteltakt vor, bei jedem Taktschlag erfolgt ein Schritt“, erklärt Alexander Ratkovic vom Allgemeinen Deutschen Tanzverband Regionalbereich Südwest. „Es sind gleichbleibende Bewegungen ohne schnelle Passagen.“ Die Beinbewegung kommt aus den Knien heraus, dabei wird ein Bein neben das andere gesetzt. Anfänger beginnen am besten mit seitlichen Bewegungen. „Dabei steht man dem Partner nicht so schnell auf den Füßen, das ist ein Vorteil für Einsteiger“, schmunzelt Ratkovic. Eine Herausforderung für viele ist jedoch der typische Hüftschwung. „In Südeuropa ist es üblicher, mit Hüftbewegungen zu tanzen, in Deutschland tun sich gerade Hobbytänzer oftmals schwer damit.“
Bachata wird eng getanzt

Der echte Bachata wird zudem sehr eng getanzt und gehört zu den besonders erotischen lateinamerikanischen Tänzen. Auf seine ganz eigene Weise ist er inniger als beispielsweise Salsa. „Der Bachata kann aber auch in Doppelhandhaltung getanzt werden, dann kommt man dem Tanzpartner nicht so nah“, zeigt Alexander Ratkovic mögliche Alternativen auf. Daher wird in der hiesigen Bachata-Variante häufig mit mehr Abstand getanzt, außerdem werden nicht selten auch Figuren aus anderen Latino-Tänzen eingebaut.

Vielfältige Variationen

Denn genau wie Merengue oder Salsa ist auch Bachata kein standardisierter Tanz, daher gibt es vielfältige Variationen und Bewegungsabläufe. „Bachata ist so besonders, weil man als Mann mit einer Frau auf einem sehr nahen Level tanzt und dabei trotzdem komplett die Führung behält“, erklärt Tanzlehrerin Diana Dittrich. „Im Unterschied zu anderen Tänzen führt der Mann die Frau nicht im Ganzen, sondern jeden einzelnen Teil ihres Körpers.“ Für die Frau kann es sehr angenehm sein, beim Tanz in dieser Weise die Kontrolle abzugeben. „Wenn man sich komplett auf seinen Partner einlassen kann, fühlt man sich unter der Führung wie Wachs in seinen Händen“, betont Dittrich.

Die Faszination des Bachata macht die Musik aus. „Ein Tanz ist immer leichter zu etablieren, wenn es dazu bekannte Musikstücke gibt“, weiß Alexander Ratkovic. Die Musik sorgt für Karibikfeeling, Urlaubsstimmung und somit auch für gute Laune. An vielen Tanzschulen wird Bachata in Spezialtanzkursen gemeinsam mit Salsa gelehrt. Bei der Tanzschule Burger-Schäfer gibt es sogar eigene Kurzkurse für den angesagten Tanz.

Bachata-Festival in Stuttgart

Vom 11. bis 15. April 2019 findet das 8. Bachata Festival Deutschland in Stuttgart statt. Zu Gast sind die Weltstars des Bachata, außerdem gibt es die neusten Trends zu erlernen und außergewöhnliche Shows zu sehen. In über 50 Workshops können sich Interessierte auf über 3000 Quadratmetern viel über Bachata aneignen – von Lady- oder Menstyling über Figuren hin zu Pasitos oder dem Dominikanischen Stil. Die Partys finden im La Pachanga in der Mercedesstraße 9 statt, die Workshops in der Schwabenlandhalle Fellbach. Achtung: Zutritt nur mit Tanz- oder Sportschuhen.