Hunger in Südamerika wieder auf dem Vormarsch

Graffiti mit dem Text „Wir haben Hunger“ und „Diktator Maduro“ in Venezuelas Hauptstadt Caracas (Archivbild).

 
 
 

In Südamerika steigt die Zahl der hungernden Menschen seit einigen Jahren wieder an – als Grund nennt die UNO vor allem die Krise in Venezuela.

Nach dem Bericht der Vereinten Nationen zur Ernährungslage waren im vergangenen Jahr 5,5 Prozent der Menschen in Südamerika unterernährt. Im Jahr 2013 waren es noch 4,6 Prozent gewesen. UNO-Regionalvertreter Berdegué wies in diesem Zusammenhang besonders darauf hin, dass die Entwicklung in der gesamten Region seit Beginn der 2000er-Jahre eigentlich positiv verlaufen war: „In den ersten 15 Jahren dieses Jahrhunderts konnten Lateinamerika und die Karibik die Unterernährung auf die Hälfte reduzieren. Aber seit 2014 ist der Hunger wieder auf dem Vormarsch.“

Eine entscheidende Rolle spielt die Lage in Venezuela: Dort stieg der Anteil der Unterernährten von 6,4 Prozent im Zeitraum 2012 bis 2014 auf 21,2 Prozent in den Jahren 2016 bis 2018. Diese starke Zunahme beeinflusst die Zahlen für Südamerika, was wiederum Auswirkungen auf die Zahlen für die Region Lateinamerika und Karibik hat.

Zudem haben sich dem UNO-Bericht zufolge in der gesamten Region die Wirtschaftsaussichten eingetrübt. Vor allem die sinkenden Rohstoffpreise belasteten die öffentlichen Einnahmen vieler Länder und führten zu Arbeitslosigkeit und Armut.