USA schneiden Kuba vom Dollar ab

Besucher in Havanna

 
 
 

Die US-Regierung schränkt Überweisungen nach Kuba massiv ein. Pro Quartal dürfen Menschen in den USA nur noch 1000 Dollar an Verwandte in dem Karibikstaat senden. Ziel der Sanktion ist das kubanische Regime.

Die USA verschärfen unter Präsident Donald Trump weiter ihren Kurs gegenüber Kuba. Menschen in den Staaten dürfen künftig pro Vierteljahr nur noch maximal 1000 US-Dollar (900 Euro) an Familienangehörige in Kuba schicken, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte. An Kubaner, mit denen sie nicht verwandt sind, dürfen sie gar nichts mehr überweisen.

Der Schritt könnte viele Kubaner hart treffen, die auf Überweisungen von Familienmitgliedern in den USA angewiesen sind. Ausnahmen gelten demnach unter anderem für Überweisungen an Privatunternehmen, Menschenrechts- oder religiöse Organisationen. Familienmitglieder bestimmter hoher Beamter und von Mitgliedern der kommunistischen Partei dürfen demnach gar keine Überweisungen mehr erhalten. Damit will die US-Regierung verhindern, dass sich Mitglieder der kubanischen Führung bereichern.

Drei Milliarden Dollar im Jahr 2016

„Wir unternehmen zusätzliche Schritte, um das kubanische Regime finanziell zu isolieren“, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin. Kuba werde damit der Zugang zu harter Währung verweigert. Die USA zögen die Führung in Havanna zur Rechenschaft „für die Unterdrückung der Menschen Kubas und die Unterstützung anderer Diktaturen in der Region, etwa das illegitime Regime Maduros“, sagte der Minister in Bezug auf Kubas enge Bande mit Venezuela.

2016 überwiesen Einwohner der USA etwa drei Milliarden Dollar an Verwandte und Bekannte auf der Insel. Die neuen Maßnahmen sollen am 9. Oktober in Kraft treten. Trump dreht die Lockerungspolitik seines Vorgängers Barack Obama gegenüber dem kommunistisch regierten Karibikstaat immer weiter zurück. Im Juni hatte die US-Regierung Reisen amerikanischer Bürger nach Kuba eingeschränkt und auch Kreuzfahrten dorthin gestoppt.