Karibik: Wasserstoff-Drohne fliegt wichtige Proben über den Ozean

Bild: Doosan Mobility Innovation

 
 
 

Die Amerikanischen Jungferninseln liegen in der Karibik und gehören zu den sogenannten nicht inkorporierten Außengebieten der Vereinigten Staaten. Wie bei vielen anderen Inselstaaten auch ist dort die Verbindung zwischen den einzelnen Landgebieten von entscheidender Bedeutung. Denn natürlich ist es nicht möglich, überall eine vollständige Infrastruktur bereitzuhalten. Konkret bedeutet dies: Wird einem Patienten auf der Insel St. Croix beispielsweise eine Blutprobe entnommen, kann diese nicht direkt vor Ort analysiert werden. Denn das entsprechende Labor befindet sich auf der Insel Saint Thomas – und damit rund 69 Kilometer entfernt. Bisher mussten Ärzte und Patienten daher bis zu einer Woche warten, bis die Probe per Flugzeug zur Nachbarinsel transportiert wurde. Bei einigen Krankheiten konnte dies einen durchaus kritischen Zeitverlust bedeuten.

Die Proben müssen über das offene Meer transportiert werden

Zukünftig dürfte der Transport allerdings deutlich schneller gehen. Denn eine Kooperation von verschiedenen Drohnen-Firmen mit der US-Gesundheitsbehörde hat eine interessante Lösung entwickelt: Zukünftig werden die Proben mithilfe eines ferngesteuerten Flugobjekts an das Labor geliefert. Die grundlegende Idee dahinter ist nicht ganz neu. So werden auch in Afrika beispielsweise Medikamente per Drohne ausgeliefert. Die kleinen Flieger werden dabei aber in der Regel von einem Elektromotor angetrieben und besitzen eine dementsprechend beschränkte Reichweite. In der Karibik wäre dies aber keine Lösung gewesen. Denn ein Zwischenstopp zum Aufladen mitten auf dem Ozean ist keine realistische Option. Deshalb wurde eigens eine Drohne mit integrierter Brennstoffzelle entwickelt. Diese absolvierte den 69 Kilometer langen Flug über den Ozean ohne große Probleme.

Die maximale Nutzlast beträgt fünf Kilogramm

Während der Testphase wird die Drohne allerdings noch jeweils von einem Schiff begleitet, damit im Notfall von dort aus die Steuerung übernommen werden kann. Ab dem nächsten Jahr sollen dann aber voll autonome Flüge die Gesundheitsversorgung auf den Jungferninseln verbessern. Weil die Nutzung der Drohne deutlich preiswerter ist als der Einsatz eines bemannten Flugzeugs, könnten die Proben mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm dann sogar unmittelbar nach der Entnahme losgeschickt werden. Erweist sich die Technologie auch unter realen Bedingungen als praktisch nutzbar, könnte dies das Interesse vieler anderer Inselstaaten wecken. Aus dem Pilotprojekt auf den Jungferninseln könnte sich für die beteiligten Firmen dann tatsächlich ein gutes Geschäft entwickeln.